Nach
Schätzungen des Ministeriums für Frauen und Jugend
verloren allein im Jahr 1997 etwa 200.000 Kinder unter 15 Jahren
ihre Mutter.
Traditionell
werden Waisen in Malawi im ausgedehnten Familiensystem aufgefangen
und von Angehörigen mit betreut. Oftmals ist dies auch
heute noch der Fall. Doch sind diese traditionellen Strukturen
zusammengebrochen aufgrund des immensen Ausmaßes der AIDS-Problematik.
Selbst meist am Rande des Existenzminimums lebend, sehen sich
die übriggebliebenen Familienmitglieder nicht mehr
in der Lage, den Waisen Obhut und Fürsorge zu gewähren.
Obwohl
es in Malawi eine Schulpflicht gibt und die Schulgebühren
für die Grundschule vor einigen Jahren abgeschafft wurden,
besuchen nur etwa 53% der Kinder eines Altersjahrgangs die
Schule.
Der Grund dafür sind die umfangreichen Pflichten vieler Kinder. Sie müssen ihre Geschwister versorgen und für sie mit sogenannter "piecework" den Lebensunterhalt verdienen. Oft sind die Schulen auch einen halben Tagesmarsch vom Dorf gelegen und die Kinder dadurch zu lange von zu Hause entfernt, um ihren häuslichen Aufgaben nachkommen zu können.
Eine
weiterführende Schule ab der neunten Klasse kostet viel
Geld. Zu den Schulgebühren kommen hier meist noch Internatskosten
hinzu, wobei "Internat" keinen Vergleich mit hiesigen internaten zulässt. Aus diesem Grund (und weil viele Kinder schon sehr
früh
zum Lebensunterhalt beitragen müssen) nimmt die Quote
der Schulbesuche rapide ab. Die Sekundarschulen werden nur
noch von 2-4 % der Jugendlichen besucht. |