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Reisebericht September 2007

Aufenthalt in Malawi vom 5. April - 28. Juni 2007

Meine Aktivitäten und Arbeit für GEAMOC 

Trotz fast 24 stündiger Reise, via Amsterdam - Nairobi, landete ich frisch und munter, 2 Stunden zu früh, in Lilongwe. So musste ich warten bis mich unser 1. Vorsitzender Hans Schäfer und Manuela Furrer, eine Schweizer Krankenschwester, die beide schon 4 Tage im Lande sind, in Empfang nahmen. Wir fuhren dann zum Haus von Ruth und Dr. Willi Ehret, unserem "Standquartier" in Lilongwe. Deren herzliche Gastfreundschaft durfte ich in den 3 Monaten meines Malawi-Aufenthaltes immer dann genießen, wenn ich mich in der Hauptstadt aufhielt. Ihr Haus wurde mein Malawi-Zuhause auf Zeit und ihre Unterstützung und wertvollen Ratschläge haben mir in vielen Situationen sehr geholfen.

In den ersten 2 Wochen hat mich Hans Schäfer mit allen GEAMOC-Projekten im Lande vertraut gemacht, wir haben alle Standorte unserer Patenkinder besucht, ich habe unsere Kontaktpersonen und guardians kennengelernt, es wurde für das 2.te term 2007 geplant, über neue Projekte nachgedacht und die Möglichkeiten an den verschiedenen Standorten eroiert. Außerdem machten wir einen Besuch in der Deutschen Botschaft und trafen Ron Nkomba, unseren GEAMOC- Repräsentanten in Malawi, der mir jegliche Unterstützung anbot.

Am 23.4. flog Hans Schäfer zurück nach Deutschland und von da an war ich allein verantwortlich (Manuela war allerdings noch 1 Woche mit mir unterwegs und hat mich tatkräftig unterstützt, speziell bei der "paperwork") , ausgestattet mit dem zur Verfügung stehenden (zunächst zu knapp berechneten) Budget konnte ich meine selbständige Arbeit beginnen. Dabei hatte ich im Süden des Landes (Blantyre, Lirangwe, Chiradzulu I und II, Muloza) unseren Koordinator Ziccan Chirwa an meiner Seite, in Lilongwe und Mchinji (Schwester Eugenia) half Selina Sakanda. Für die Buchhaltung hatten wir die neue Buchhalterin Effie Kapyeye aus Blantyre verpflichtet.

Nachfolgend die Aktivitäten an den einzelnen Standorten:

Muloza (Mulanje)

Mulanje ist Standort einer elektrischen GEAMOC- Maismühle, die leider meistens bei meinen Besuchen dort nicht in Betrieb war, weil die Escom-Rechnungen (Stromversorger) nicht bezahlt wurden!! Hier hatten wir ursprünglich 32 GEAMOC-Patenkinder. Da 4 Kinder (Mavuto Banda (75) ; Manesi Makawa (92); Gloria Manuel (95) ; Rodrick J. Friday (116) ;) früher und bei meinen Besuchen am 10.04., 27.04 und 12.05. nicht anwesend waren, haben wir diese Kinder nun endgültig gelöscht. Ein neues Kind, Yacinta Graim (Patin: Manuela Furrer) wurde neu aufgenommen.

Alle anwesenden Kinder wurden von mir fotografiert, aktuelle Daten wurden erfragt und die Kinderlisten dementsprechend upgedatet. Die allowance für jedes Kind in diesem term betrug 4000 MK, Schulgebühren waren nur für 1 Kind (Beatrice Milinyu (97)) fällig. Für diesen Betrag haben sich fast alle Kinder neue Schuhe, Wolldecken und parcels mit Lebensmitteln, Seife ect. gewünscht. Also haben wir am 27.04. von den Kindern, deren Schuhgröße nicht bekannt war, -unter großem Gelächter!!-, Fußabdrücke genommen. Dann haben Ziccan und ich bei der Metro in Blantyre die Lebensmittel und Seife, beim Inder Wolldecken und Schuhe eingekauft. Mit den gepackten Paketen, Schuhen und Wolldecken sind wir dann noch ein Mal am 12.05. nach Muloza gefahren, wo uns wieder eine fröhliche, singende Kinderschar mit ihren guardians erwartete. Die Freude und Dankbarkeit war groß als wir alles verteilten. Einigen Kindern konnten wir auch Briefe von ihren deutschen Paten übergeben. Es wurde noch viel palavert über ihre Wünsche und Probleme, wobei George und Ziccan eifrig dolmetschten (von Chichewa ins Englische), damit ich auch etwas mitbekam und meine Kommentare abgeben konnte. Für das nächste term wünschen sich die meisten "she goats" (weibliche Ziegen) und Pullover. 2 mal war in Muloza auch die behinderte ältere Frau anwesend, der GEAMOC vor Jahren einen Rollstuhl und eine Strickmaschine gegeben hatte. Sie hatte wirklich schöne Kinder-Stricksachen hergestellt, die sie uns präsentierte und an mich verkaufte. Bis auf ein Jäckchen, das ich mit nach Deutschland gebracht habe, wurden diese Stricksachen dann an Kinder an unseren anderen Standorten verschenkt.

Das Highlight auf der Rückfahrt nach Blantyre war immer der Stop am Ananasstand, wo wir die köstlichen, reifen Früchte aus der Hand genießen und uns mit diesen sehr schmackhaften Früchten und Bananen eindecken konnten.

Chiradzulu I u. II

Hier haben wir 30 GEAMOC Kinder. Chiradzulu ist ein Dorf, das nur auf sehr schlechten "Straßen" zu erreichen ist und sich über einen großen Bezirk erstreckt. So haben wir versucht, die Kinder jedes Mal an 2 verschiedenen Standorten ( Chiradzulu I , Chairman Mr. One; Chiradzulu II, Chairman Mr. Liwonde) zu treffen. In Chiradzulu waren wir am 11.04., am 17.04. und am 26.04. Ich habe die Kinder wieder fotografiert, die aktuellen Daten aufgenommen und die Kinderlisten dementsprechend upgedatet.

Schulgebühren waren nur für Wellington Mkombezi (50) fällig. Diesen Jungen haben wir in sehr schlechtem Gesundheitszustand, total abgemagert angetroffen und ihn ins Krankenhaus geschickt. Gott sei Dank waren alle Tests (HIV; Malaria) negativ. Er hat sich dann auch, u.a. mit guter, ausgewogener Ernährung, bis Ende Juni wieder erholt. Die allowance betrug auch hier für term 2 für jedes Kind 4000 MK. Es wurden 12 she goats gekauft, Wolldecken und parcels mit Lebensmitteln und Seife übergeben. Alinafe Mkandabere (49) hatte die Schule beendet und einen Antrag auf weitere Förderung für ihre einjährige Ausbildung an der Tourismus-Schule in Blantyre gestellt. GEAMOC hat diesem Antrag stattgegeben und wir konnten sie für das Hotel-Fach housekeeping anmelden und die Schulgebühren von 90000 MK bezahlen.

2 Kinder wurden von mir Chiradzulu II neu aufgenommen: Teresa Sakazinya, 6 Jahre, Vollwaise (Pate: Karin Staudacher) und Daria Damson, 6 Jahre, Vollwaise (Pate: Inge Kamphoff). Mein persönliches Patenkind habe ich auch in Chiradzulu gefunden, den 11 jährigen Alinafe Napulu, der früher schon ein GEAMOC-Kind war und -nach der bekannten, unglaublichen zwischenzeitlichen Odyssee - keinen deutschen Paten mehr hatte. Nachdem er in sein Dorf zurückgekehrt war, stand er ziemlich alleine da, er wurde von einer alten, verkrüppelten Frau "mitversorgt". Um diese Beiden habe ich mich privat während meines Aufenthaltes in Malawi sehr intensiv gekümmert, sie mit dem Allernotwendigsten ausgestattet und -nachdem ich gesehen hatte, in welch einem Loch sie hausten- ihnen, mit Hilfe der Dorfbewohner ein neues Haus gebaut.

Blantyre

In Blantyre waren von ursprünglich 12 GEAMOC-Kindern noch 11 zu versorgen. Tapiwu Kumbanja (10) hatte die Schule beendet und schied damit aus. Auch hier wurden die angetroffenen Kinder fotografiert und die aktuellen Daten aufgenommen. Schulgebühren waren für den blinden Dalitso Gumbayera (3), für Godwill Lodzani (13), Elube Malowa (16), Memory Lodzani (13), Chimwemwe Nkhanja (18), Tiyanjane Nyamathanga (22) und Enelesi Phiri (154) fällig. Enelesi Phiri geht auf die private Kath. Mädchenschule "Lady of Wisdom", die überdurchschnittlich hohe Schulgebühren verlangt. Wir haben ihre Schule besucht und mit dem Headmaster gesprochen, leider ist es uns nicht gelungen, für sie niedrigere Schulgebühren auszuhandeln. Enelesi möchte nach ihrem Schulabschluss Marketing studieren.

Die anderen Kinder bekamen parcels mit den gewünschten Sachen und mit 3 Kindern (Alfred und Dalitso London und Tiyanjane Nyamathanga) war ich am 8.05. in Blantyre einkaufen. Sie konnten sich für ihr Kindergeld Kleider, Hosen, Schuhe und Schulsachen zu ihrer großen Freude selber aussuchen. Tiyanjane ist HIV-positiv und erschreckend dünn, sie geht einmal monatlich zum Arzt und wird behandelt. Ich habe sie zusätzlich noch mit Likuni Phala und Vitamintabletten versorgt. Unser blinder Junge Dalitso Gumbayera wünscht sich eine Blindenschreibmaschine.

Lirangwe

Lirangwe (40 km von Blantyre entfernt) ist Standort einer gut funktionierenden elektrischen GEAMOC- Maismühle, die von den Frauen des Dorfes (Vorstand Esther und Grace) und mit Hilfe unseres sehr zuverlässigen und fleißigen chairmans Mr. Magaya betrieben wird. Das erwirtschaftete Geld soll für die Versorgung der Waisen im Dorf verwendet werden. GEAMOC betreut im Kindergarten und in der primary school in Lirangwe 18 Patenkinder, die sich auch zum "Porträtfoto" stellen mussten und mit den aktuell aufgenommenen Daten wurden die Kinderlisten auf den neuesten Stand gebracht.

Mit dem Kindergeld (2. term) wollten wir nun endlich ein lange geplantes Projekt in der Mühle realisieren, die Herstellung von Likuni Phala (ausgewogene Kindernahrung) und damit das tägliche Kochen einer warmen, nährstoffreichen Mahlzeit für die Kiga-Kinder möglich machen. Es wurden Mais und Sojabohnen gekauft, -einen Teil hat die Dorfgemeinschaft dazu beigetragen-, soviel, dass ein Vorrat für die nächsten 4 Monate hergestellt werden konnte. In der Mühle haben wir 1 Teil Soja geröstet und dann mit 2 Teilen ungeschältem Mais vermischt und gemahlen. Dies war die Vormischung, der wir Zucker, Salz und Milchpulver beimischten (die industriell hergestellte Roche-Vitamin-Mineralstoffmischung konnten wir leider kurzfristig nicht besorgen) und aus der das tägliche warme porridge für die Kiga-Kinder gekocht wurde. Da ja alles in diesem fruchtbaren Land wächst, habe ich darauf bestanden, dass diesem Brei täglich eine andere frische Zutat beigemischt wird, wie z. Bsp. gemußte Bananen, Tomaten, Kohl, Salat ect.. Der Kindergarten hat keinen elektrischen Strom und so wurde täglich im Freien vor dem Kindergarten auf dem von GEAMOC angeschafften Rocket-stove gekocht. Dieser "Herd" funktionierte fantastisch, mit wenig Brennmaterial (Holz, Maiskolbenabfälle) hatten wir ziemlich schnell kochendes Wasser und konnten die abwechslungsreichsten Mahlzeiten zubereiten. Die erste Woche waren alle Mütter der Kinder und ich täglich dabei, bis sie verinnerlicht hatten - natürlich jedes Mal unter großem Palaver!!-, wie es gemacht werden muss. Danach haben abwechselnd 2 Frauen täglich gekocht. Wir hatten noch Plastikgeschirr und Strohmatten für den Kindergarten gekauft und es war eine Freude zuzusehen, mit welchem Appetit die Kleinen ihr warmes Mittagessen löffelten. Ich habe immer, wenn ich in Lirangwe war, kontrolliert, ob auch wirklich jeden Tag gekocht wurde und mir wurde kürzlich aus Malawi berichtet, dass das Projekt erfolgreich weiterläuft, allerdings muss nun wieder ein neuer Vorrat hergestellt werden.

Das 2te größere Projekt in Lirangwe war der Bau eines Schulblocks an der primary-school des Dorfes mit 800 Kindern. Den ersten Klassenraum hatte GEAMOC mit Geldern des Vereins "Helfen macht Schule" in Freigericht (Herr Kessler) 2006 angefangen und auf Grund von vielen geschilderten Schwierigkeiten, wie angeblicher Unzuverlässigkeit und Faulheit der Dorfbewohner und "Baumeister", war dieser 1.te Klassenraum als wir ankamen immer noch nicht fertig. Unter permanenter Kontrolle, nach Einkauf der noch fehlenden Materialien ist es dann aber gelungen, diesen 1. Klassenraum am 8. Mai fertig zu stellen. Auf dem Sockel für den geplanten 2.ten Klassenraum saß jedoch unter freiem Himmel wieder eine Klasse mit ihrer Lehrerin beim Unterricht und in dem Moment war mir klar, dass wir auch noch den 2.ten Block vor der Regenzeit bauen mussten. Ziccan trommelte den Bautrupp des Dorfes, unter Leitung von Mr. Davis, zusammen und wir machten gemeinsam einen Kosten- und Zeitplan für den 2.ten Bauabschnitt. Diesen Plan mailte ich an GEAMOC-Deutschland mit der Bitte um Prüfung, Genehmigung und Freigabe der benötigten Gelder in Höhe von 407000 MK. Er wurde genehmigt, aber nur wenn sichergestellt sei, dass dieser Schulblock während meiner Anwesenheit in Malawi fertiggestellt werden würde, was ja wohl unmöglich sei, denn es blieben uns ja nur noch ca. 4 Wochen. Mit dieser Nachricht musste ich den Bautrupp motivieren, Ziccan übersetzte (er fing übrigens immer mit dem Satz an: "my dear boss Anne is telling me.!!!; in Chichewa natürlich) und tatsächlich entwickelten alle Ehrgeiz, diesen Plan exakt zu erfüllen. Ich habe die Ziegelherstellung im Dorf überwacht, die benötigten Materialien mit Ziccan eingekauft und transportiert, im Haus von Mr. Magaya gelagert und inventarisiert und das Fortschreiten des Baus durchgehend kontrolliert. Die Bauarbeiter des Dorfes waren wirklich motiviert und fleißig und wurden nach genau festgelegten, fertiggestellten Bauabschnitten bezahlt.

Ich habe es selbst kaum für möglich gehalten, aber am 9. Juni war das Gebäude fertig und wir hatten exakt den Kostenplan eingehalten. Alle waren glücklich und am 11. Juni wurden die beiden Klassenräume mit großer Zeremonie und der kompletten Dorfprominenz in Festtagsgewändern (2 chiefs, Pastor, Mühlenkomitee, Lehrer, Schulkomitee und andere) eingeweiht. Es wurden Reden gehalten (auch von mir) und gebetet, die Schüler haben getanzt und gesungen. Es war eine riesengroße Freude, auch für mich. Mit ihrem Dank brachten aber auch alle die Bitte zum Ausdruck, sie in Zukunft weiter zu unterstützen. Jetzt fehlen natürlich noch die Schulmöbel für die Klassenräume.

Lilongwe

In der Hauptstadt betreut Selina Sakanda zur Zeit 8 GEAMOC-Kinder. Die Schulgebühren für Charity Chalaula(121), Zione Phiri (144) Mwayi Tsitsi (149) und Posilio Evalisto (172) hatte Hans Schäfer ihr schon vorab ausgezahlt. Am 04.05. habe ich mit Selina im Großhandel des Inders Gelu in Lilongwe die benötigten Sachen (Wolldecken, Lebensmittel, Seife, Vaseline, Schulhefte) für die Kinder eingekauft. Am 05.05. hatte Selina dann die Kinder mit ihren guardians in ihrem Haus versammelt, sie erhielten ihre parcels, wurden von mir fotografiert und befragt. Selina wünscht für das nächste term für alle Kinder neue Schuluniformen und Schuhe.

Mchinji-Ludzi (Schwester Eugenia)

In Mchinji war ich nur ein Mal, am 07.04. zusammen mit Hans Schäfer und Selina Sakanda. Schwester Eugenia betreut für GEAMOC 9 Kinder, die alle auf eine secondary-school gehen. Wir sind bei diesem Besuch unsere Listen durchgegangen und haben die Datei auf den neuesten Stand gebracht. Da Osterferien waren, haben wir leider kein Kind sehen und fotografieren können. Am 23.04 kam Schwester Eugenia nach Lilongwe und Hans Schäfer hat ihr das Schulgeld für "ihre" Kinder ausgezahlt.

Matenje

Dieser nördlichste Standort wurde bisher auch von Ziccan Chirwa betreut. Da Matenje (Salima) aber über 300 km von Ziccans Wohnort Blantyre entfernt liegt, wurde beschlossen, dass er nicht weiter für Matenje verantwortlich sein soll. Wer in Zukunft für Matenje zuständig sein wird, ist im Moment noch nicht geklärt. Dieses term habe ich Matenje 2 mal (am 03.05. und 27.05) besucht und da unser chairman dort, der Lehrer Mr. Msonti gut Englisch spricht, war das auch kein Problem. An der dortigen primary-school, die 2001 von GEAMOC gebaut worden ist, hatten wir ursprünglich 8 Kinder. Chimkwamawa Geza (159) wurde gelöscht, da er im letzten Jahr und auch dieses Mal nicht erschienen war. Die anwesenden 7 Kinder wurden fotografiert und befragt. Für 2 Kinder, Finias Davison und Enelesi Chunga (109), müssen Schulgebühren bezahlt werden. Da angeblich im letzten term keiner von GEAMOC gekommen war, habe ich für diese beiden Kinder die Schulgebühren für term1 und term2 2007 bezahlt. Alle Kinder erhielten parcels im Wert von 1000MK. Ihre Wünsche für den Inhalt hatte ich vorher telefonisch erfragt, dann eingekauft und die parcels gepackt. Für 5 Kinder habe ich je 3000MK für neue Schuluniformen an Mr. Msonti ausgezahlt.

Matenje ist auch Standort einer GEAMOC- Dieselmaismühle. Diese Dieselmühle war aber sehr reparaturanfällig, fiel immer wieder aus und war auch jetzt nicht in Betrieb. GEAMOC hat beschlossen, diese Dieselmühle nicht weiter zu reparieren sondern durch eine elektrisch betriebene Mühle zu ersetzen, sobald die Elektrizität das Dorf erreicht hat. Bis jetzt liegen die elektrischen Leitungen bis zum Dorfrand und das Mühlenkomitee soll GEAMOC einen Kostenplan vorlegen für die 2 Optionen

•  den Mühlenstandort an den Dorfrand, wo der Strom schon vorhanden ist, verlegen.

•  die Kosten erfragen für Zuführung der Elektrizität an den jetzigen Mühlenstandort.

Auf dem Schulgelände in Matenje steht ein verfallener Schulblock ohne Dach, der vor Jahren von der Regierung angefangen wurde und - als die Gelder versiegten oder, was wahrscheinlicher ist, in anderen Kanälen versickerten!!,- nun unvollendet ohne Dach da steht und verfällt. Das Schulkomitee hat uns gebeten, dieses Gebäude fertig zu bauen, da dringend mehr Schulraum benötigt wird. Sie haben mir einen Kostenplan für die Fertigstellung mitgegeben, den ich dem GEAMOC-Vorstand überbracht habe.

GEAMOC hatte mit dem Schulbau 2001 auch mehrere ordentliche Toilettenhäuschen errichtet. Als wir jetzt hinkamen, präsentierten sie uns völlig demolierte "Bedürfnisanstalten" - die Türen hingen in den Angeln oder waren ganz verschwunden - und meinten, wir sollten das alles sofort reparieren und bezahlen. Das haben wir natürlich abgelehnt und ihnen einen Vortrag gehalten, dass sie mit den Gebäuden pfleglich umgehen, sie instant halten müssen und dass mit einigen Tropfen Öl zur rechten Zeit an der richtigen Stelle es gar nicht so weit gekommen wäre. Das haben sie etwas betreten zur Kenntnis genommen und bei meinem letzten Besuch zeigten sie mir stolz ihre "Reparaturen", sie hatten vor jedes Toilettenhäuschen eine Strohmatte als Türersatz gehängt!!!!

 

Soweit der Projektbezogene Bericht über meine freiwillige Tätigkeit für GEAMOC in Malawi. Während meines 3 Monatigen Aufenthaltes bin ich quer durch das kleine, schöne Land gefahren, habe privat auch noch andere Hilfsprojekte besucht (Chombo Mission; House of Hope von Laura und Erwin van der Meer) und dort zeitweise mitgearbeitet (Ambulance Clinic der ev. Lutherian Church). Auf der Kaffeeplantage und Farm von Bernhard Schwarz in Muzuzu konnte ich mich noch veterinärmedizinisch betätigen, seine Kühe und Schweine behandeln und ein Prophylaxe-Programm installieren. 10 Tage Ferien habe ich mir auch gegönnt: Relaxen am Malawisee, Besuch der kulturellen Sehenswürdigkeiten des Landes (u.a.Mua Mission) und natürlich Safari im schönsten Nationalpark (Liwonde NP).

Mein unverschuldeter, schwerer Autounfall am 25. Mai (Auto fast Totalschaden, ich habe mit kleinen Blessuren überlebt) hat mich nur kurzzeitig geschockt, ich habe dann mit einem Mietwagen unverzüglich weitergemacht und hatte noch viele schöne, teils auch aufregende Erlebnisse und interessante Begegnungen.

Ich habe mich in Malawi sehr wohl gefühlt und meine Tätigkeit hat mir viel Freude (manchmal natürlich auch etwas Mühe!!) gemacht. Meine europäische Denkweise habe ich ganz schnell aufgegeben und versucht, die Mentalität, Tradition und Kultur der Malawis zu verstehen und im Umgang mit ihnen zu berücksichtigen. Sicher war meine Arbeit dort der berühmte eine Tropfen auf den heißen Stein, aber viele Tropfen können ja bekanntlich zu einer Strömung werden und wirklich etwas in Gang setzen. Ich fühlte mich akzeptiert und habe viel zurückbekommen, die Dankbarkeit der freundlichen Menschen und die strahlenden Augen der in jeder Situation fröhlichen und neugierigen Kinder waren mein Lohn.

60 % der Bevölkerung Malawis sind unter 15 Jahre und die Kinder sind die Zukunft des Landes. Das Wichtigste für diese Generation ist ihre Erziehung und Bildung und natürlich eine ausgewogene Ernährung und gute medizinische Versorgung, damit sie gesund aufwachsen können. Die Hilfe zur Selbsthilfe von GEAMOC in Malawi ist sinnvoll, die Unterstützung und Versorgung unserer Waisen sollte mindestens während der gesamten Schulzeit sichergestellt- und darüber hinaus, -im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten- in ihre Bildung (Schulen bauen, Berufsausbildung fördern) investiert werden, damit sie eine Zukunftsperspektive haben.

Ich werde mit Sicherheit nach Malawi zurückkehren und meinen ganz persönlichen Teil dazu beitragen.

Im September 2007 Anne Göcke

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