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Reisebericht der diesjährigen Reise nach Malawi Juli-August 2004 Das fängt ja gut an! Auf dem Weg zum Flughafen explodiert meine Wasserflasche in meiner Handtasche und flutet den kostbaren Inhalt! Kurz darauf bei der Gepäckaufgabe: Die Dame schüttelt mit Blick auf die mit meinen zwei Koffern beladene Waage konsequent ihren Kopf. Der kommt erst zum Stillstand, nachdem viele der Kostbarkeiten für unsere Kinder wieder aus- bzw. umgepackt sind. Dafür wiegt mein Handgepäck nun 19 kg, meine nasse Handtasche 5kg! Auch diesmal scheint es wieder nicht realisierbar, mit leichtem Handgepäck zu reisen und ich betrachte wieder einmal neidisch die anderen Reisenden, die sich leichten Schrittes in Richtung Flieger bewegen. Ich hoffe auf nächstes Mal! Nach insgesamt fünfundzwanzig Stunden Reisezeit werde ich in Lilongwe von unseren beiden Koordinatoren Selina und Ziccan am Flughafen in Empfang genommen. Das Thermometer zeigt angenehme 24°. In der ersten Nacht wird es jedoch empfindlich kalt. Ich schlafe unter fünf!!!! Decken und warm ist mir noch immer nicht. Dank der großen Müdigkeit und Erschöpfung beschäftige ich mich weder mit den Ameisenkolonnen, die sich in dicken schwarzen Strängen über den Tisch meines Zimmers bewegen, die Schranktür hinaufwandern, um sich dort in meinem Medizinbeutel zu versammeln, noch mit den Geckos, die über die Wände huschen. Auch die vier Hunde, die Haus und Hof bewachen und sich scheinbar mit allen Hunden der Nachbarschaft zum nächtlichen Bellen verabredet haben, erschweren mir nicht das Einschlafen. Gut ausgeruht und gestärkt mache ich mich am nächsten Morgen auf den Weg zur Deutschen Botschaft, um zwei Anträge für die Finanzierung von Kleinprojekten zu stellen: Der eine für eine Maismühle für MOI (Muloza Orphanage Institute bei Mulanje), der andere für einen Maisschäler als Ergänzung der Mühle in Lirangwe. Die zuständige junge Dame reagiert völlig unerwartet: Sie nickt unentwegt mit dem Kopf! Sie freut sich, von GEAMOC e.V. und unserer Arbeit zu hören und bedankt sich überschwänglich. Da wir im Land etabliert sind und bisher nachhaltig erfolgreich gearbeitet haben, ersparen wir ihr zeitaufwendige Untersuchungen darüber, ob unsere Anträge unterstützungswürdig sind oder nicht. Beide Anträge werden bewilligt. Hallelujah! Nach diesem erfolgreichen Auftakt fahre ich mit offenem Herzen und beschwingt nach Matenje, in der Nähe von Salima, nahe dem Malawisee. Hier läuft eine unserer Mühlen, eine Dieselmühle. Die Betreibergruppe setzt sich zusammen aus einer Schatzmeisterin, einer Sekretärin, einem Geschäftsführer, der jeweils für ein halbes Jahr gewählt wird, und neun anderen Mitgliedern. Zunächst wurde die Gruppe von einem Buchhalter aus Blantyre in Buchführung geschult. Eine Dieselmühle ist relativ schwierig zu betreiben und wesentlich anfälliger als eine elektrische Mühle. Nachdem die ersten Probleme überwunden und gemeistert waren, konnte der normale Mühlenbetrieb aufgenommen werden, und inzwischen floriert das Geschäft erfreulich gut. Täglich kommen etwa 400 Kunden. Die Mühle wird immer dann gestartet, wenn etwa zehn Kunden zusammen gekommen sind. Mit dem Gewinn aus der Mühle unterstützt die Gruppe unter anderem eine Kinderfamilie. Für sie mieten sie ein Haus, sorgen für deren Unterhalt und bezahlen die Schulgebühren für Enelesi, die Älteste, die ihre jüngeren Geschwister versorgt. Zum Ende des Jahres wird die Elektrifizierung der Gegend um Matenje erwartet. Dann wollen wir versuchen, mit der finanziellen Hilfe der Deutschen Botschaft die Dieselmühle in eine elektrische zu wandeln, um den Betrieb noch zuverlässiger und kostengünstiger zu machen. Ich treffe unsere GEAMOC-Kinder, übergebe ihnen die Päckchen ihrer Paten (die jährliche Unterstützung hatten sie bereits vor einigen Wochen erhalten) , fotografiere sie und sie „verfassen“ Briefe für ihre Paten. Hierbei überlasse ich ihnen die Gestaltung dieses Briefes völlig selbst. Ziccan hatte in der Vergangenheit den Kindern oft einen Brief vorgefertigt und sie abschreiben lassen. Diese Einheitsbriefe waren demzufolge unpersönlich und entsprachen nur in ganz wenigen Ausnahmen den Fähigkeiten der Kinder. Das wird jetzt besonders deutlich. Ich bekomme überwiegend Zeichnungen, oft nur Gekritzel, manchmal einfachste Rechenaufgaben. Mir erscheinen diese Ergebnisse aber wertvoller als die Einheitsbriefe und hoffe, die Paten bewerten dies genauso. Am nächsten Tag brechen wir in Ziccans neuem gebrauchten Nissan auf in Richtung Süden nach Blantyre. In Ziccans Haus beziehe ich mit Selina zusammen ein Zimmer. Von der Decke hängen verknotete Moskitonetze, die wie blaue Heißluftballons über unseren Betten schweben. Nachts werden wir von sieben scharfen Hunden bewacht. Dobermänner, Rottweiler und Deutsche Schäferhunde. Ein wirklich sicherer Ort in dem nach Einbruch der Dunkelheit recht unsicheren Malawi. Von hier aus werden wir in den nächsten Tagen alle Kinder und Projekte besuchen. Wir beginnen mit der Chimwembwe Schule, die etwa zwanzig Minuten von Blantyre entfernt liegt. Die Kopernikusschule in Freigericht hat hier bereits den Bau eines Schulblocks ermöglicht und die ersten Toiletten bauen lassen. Nun gibt es für Jungen, Mädchen und die Lehrer jeweils zwei Toiletten. Zusammen mit der Johannesgemeinde finanziert die Kopernikusschule hier nun den Bau eines Lehrerzimmers. Im Moment haben die mehr als zehn Lehrer der Chimwembwe Schule keinen Aufenthaltsraum und nur einige von ihnen können die etwa 3m² große Terrasse des einzigen Lehrerhauses auf dem Schulgelände für ihre Vorbereitungen oder als Ruheplatz nutzen. Wir vereinbaren, dass Lehrer, Schüler und die Gemeinde beim Bau des Hauses mit einbezogen werden. GEAMOC-Kinder, die die Schule bereits beendet haben, werden zusammen mit einem Schreinermeister aus Blantyre die Inneneinrichtung zimmern. Sie haben nach einem Jahr Ausbildung die Möglichkeit, eine Prüfung abzulegen und dürfen sich nach bestandener Prüfung „Schreiner“ nennen. Im Gegensatz dazu gibt es die schlechter angesehenen „Buschschreiner“. Im Wegfahren fällt mein Blick auf eine Bauruine. Während des Wahlkampfes hatte ein Politiker zwecks Stimmenfang ein Lehrergebäude bauen wollen. Nach seiner Wahlniederlage blieben diese traurigen Reste sich selbst überlassen und sind inzwischen mit Unkraut überwuchert. Die soliden Wände stehen aber wie eine Eins! Ich suche den gescheiterten Politiker auf und hole mir sein Einverständnis, den Bau fertig zu stellen. So können wir Kosten sparen und noch zusätzliche Toiletten bauen. Das Lehrerkollegium ist einverstanden und zieht erst einmal in die Ferien, nachdem es die letzten beiden Monate kein Gehalt bekommen hatte. Etwa vierzig Minuten in die andere Richtung von Blantyre, Richtung Zomba, liegt der Distrikt Chiradzulu mit gleichnamigem Dorf. Hier ist GEAMOCs aktivster und erfolgreichster Standort. Vierzig der etwa 5000 Waisen dieses Distriktes stehen bei uns auf der Liste und werden durch einen persönlichen Paten unterstützt. Die elektrische „GEAMOC Madalitso Maize Mill“ läuft sehr erfolgreich und unterstützt mit ihrem Gewinn die Waisen. Für sie wurde ein Haus gebaut. Für die Inbetriebnahme fehlen noch Toiletten und eine Küche. Die Nähstube wurde durch den Kauf von Stoff und Zubehör unterstützt. Auch beim Bau der Krankenstation ist die Mühlengruppe maßgeblich beteiligt. Der Bau eines Waisenhauses ist fast beendet, es fehlen lediglich noch eine Küche und Toiletten. Weiter geplant sind der Bau von Rundhütten, in denen vier bis fünf Waisen zusammen mit einer Pflegemutter in einer Familie leben sollen. Es zeigt sich, dass Chiradzulu der optimale Platz für unsere Projekte ist. Es war eine großartige Entscheidung, hier eine Mühle zu platzieren. Darauf basieren inzwischen sämtliche andere Projekte, und alle gründen auf der Initiative der Dorfbewohner. GEAMOC hat lediglich Starthilfe gegeben. Wie sehr wünsche ich mir, die Paten und Spender könnten diesen Ort sehen und erleben, wie erfolgreich Hilfe sein kann, wie aktiv und unabhängig sie Menschen machen kann, sie herausholen aus der Passivität der Spendenempfänger. Bei unserer Ankunft ist bereits das halbe Dorf versammelt. Frauen und Mädchen singen und tanzen und mein Versuch, meine Hüften genauso schwungvoll kreisen zu lassen und in einer kecken Bewegung abzuschließen, werden mit lautem Gejohle und heftigem Händeklatschen quittiert. Die Frauen nehmen mich in ihre Mitte und bemühen sich, mir diese Mischung aus türkischem Bauchtanz, Hüftschwung von Hawaianerinnen und einem Huhn, das gerade ein Ei gelegt hat, beizubringen. Anhand unserer Liste rufen wir die Namen der Kinder auf und lassen sie nebeneinander Platz nehmen. Eine Handvoll fehlen, sie sind an Malaria erkrankt. Die fröhlich ausgelassene Stimmung von eben hat ein Ende, als ich vom Tod eines unserer Kinder erfahre. Vor wenigen Tagen war Edward Masauto an Malaria gestorben, nur wenige Monate nachdem hier eins unserer Mädchen ebenfalls an Malaria gestorben war. In beiden Fällen war die ärztliche Behandlung zu spät erfolgt. Das führte unter anderem zu dem Beschluss, in Chiradzulu eine Krankenstation zu bauen. Heute möchte ich mir alle nötige Zeit nehmen, um die Kinder zu befragen, zu fotografieren, sie schreiben, malen oder irgendetwas zu Papier bringen zu lassen. Ich stelle ihnen einfache Fragen in Englisch. Frage nach ihrem Namen, Alter, Klasse, „position in class“, ihrer Familiensituation. Selbst diese Fragen sind für viele nicht verständlich und sie antworten entweder mit Phrasen aus dem Englischunterricht wie „ I am fine, how are you?“ oder schauen mich verschüchtert an. Oft ist es schwierig, ihnen ein Lächeln zu entlocken und manchmal muss ich sie mit Faxen locken. Bei der 15-jährigen Enelesi habe ich keinerlei Chancen. Sie schaut sehr ernst, fast leidend, und sie wirkt auf mich wie eine Erwachsene. Ich erfahre, dass sie der Kopf einer Kinderfamilie ist. Sie sorgt für ihre jüngeren Geschwister und ihre Großmutter. Jeden Abend suchen sie erneut einen Schlafplatz in einer der Hütten der anderen Dorfbewohner. Die Hütte der Großmutter ist zu klein, um sie alle aufzunehmen. Zwei ihrer Brüder, Henry und James, sind ebenfalls GEAMOC-Kinder. Henry ist dreizehn Jahre, er hat eine üble Wunde an seinem linken Unterschenkel. Er wurde vor einiger Zeit von einer schwarzen Mamba gebissen und die Versorgung in den ersten Tagen nach dem Biss durch den Medizinmann war nicht hilfreich. Jetzt zeigt sich ein großes unansehnliches Loch, übel riechend, das bis zu seinem Knochen reicht. Darin haben sich Insekten und Schmutz angesammelt. Ich bespreche mit Ziccan, dass Henry in den nächsten Tagen in Blantyre einem Arzt vorgestellt wird. Er bekommt unter dem Beifall der Dorfbewohner ein Paar blitzweiße, superschnelle Laufschuhe und vergisst für einen Moment seine Schmerzen. Henry strahlt! Etwas abseits von den Anderen versuche ich, Enelesi zu ermuntern, etwas für ihre Patin zu Papier zu bringen. Sie fährt mit dem Stift einige Male über das weiße Blatt und bricht dann in Tränen aus. Schließlich schreibt Selina auf, was Enelesi vorsichtig von sich Preis gibt. Sie hebt ihren linken Arm und zeigt uns ein apfelsinengroßes Geschwür. Bis dahin hatte sie noch niemandem davon erzählt. Sie berichtet von starken Schmerzen und den Sorgen ihres täglichen Lebens, der großen Verantwortung, die auf ihr lastet. Sie wird Henry nach Blantyre zu dem Arzt begleiten. Ich wünsche mir in diesem Moment ganz besonders, dass die Krankenstation bald fertiggestellt und einsatzbereit sein wird. Eine Krankenschwester soll permanent da sein, ein Arzt des Rotary Clubs Blantyre einmal wöchentlich vorbei schauen. Vor aller Augen öffnen wir sämtliche Päckchen der Paten und geben Erklärung zum Inhalt. Dass sich z.B. Shampoo und Duschmittel nicht dazu eignen, den Körper einzucremen. Einige der Süßigkeiten koste ich vor, um zu demonstrieren, dass sie gut schmecken und gut tun! Und sie weder Malaria noch Blinddarmentzündung zu Folge haben. Nach dem „offiziellen“ Teil führt die „Drama-Gruppe“ ein Theaterstück vor. Und es endet wirklich sehr dramatisch: Eine Familie nimmt einen Waisen auf, der als Arbeitskraft aller Familienmitglieder missbraucht wird. Der Waise erhängt sich schließlich am Galgen! Der Häuptling fasst noch einmal den Inhalt zusammen und hebt warnend seinen Zeigefinger: „Macht es anders, macht es besser!“, gibt er den Dörflern mit auf den Weg. Während wieder getanzt, gesungen und getrommelt wird, schaue ich mir den Bau der Krankenstation an. Eben wird von einem Arbeiter der Außenputz angebracht. Für den Innenputz, den Fußboden und die Türen reicht das Budget noch. Die Einrichtung des Krankenraumes für zehn Patienten, des Untersuchungszimmers, Schwesternraumes und die medizinische Ausrüstung müssen noch durch Spenden beschafft werden. In dem Container, der uns großzügig von Firma Fiege gespendet wurde und dessen Ankunft in Malawi ich ungeduldig täglich erwarte, befinden sich auch einige medizinische Geräte und Praxiseinrichtung. Allerdings sind sie nur ein sehr bescheidener Anfang der Dinge, die noch benötigt werden. Zurück in Blantyre setzt mich Ziccan in der Nähe des Internetcafés ab. Davon gibt es inzwischen in Lilongwe und Blantyre einige und der Umgang mit Computer, handy, mp3 player und DVD gehört in den Städten zum Alltag. Umso mehr verwundert mich folgendes Erlebnis: Auf dem Weg ins Internetcafé komme ich an einer Firma vorbei, die ich aus früheren Zeiten kenne und deren Sekretärinnen mir schon manches Mal behilflich gewesen waren. Ich schaue auf einen Plausch kurz rein und bitte zwischendurch die eine um ein Blatt Faxpapier. Dann wende ich mich ab, um mich zu unterhalten.. Als ich zurückkomme, hat die eifrige Dame das Faxgerät auseinandergenommen, um an die Faxrolle zu gelangen. Die Einzelteile der Maschine bedeckten die Rezeption. Und die Rezeptionistin hält triumphierend die Rolle in der Hand, bereit, sie mir zu überreichen. Ich bin sprachlos. Ich hatte nur ein ganz normales Blatt Papier haben wollen. Aber ich konnte nichts sagen, weil sie mich so glücklich anstrahlte und dabei ihre weißen Zähne blitzen ließ. Als ich mich schließlich auf den Weg zu Ziccans Haus mache, ist es stockfinster. Um diese Jahreszeit bricht die Dunkelheit überfallartig herein und ich bin mir nun gar nicht mehr so sicher, den etwa acht Kilometer langen Weg zu finden und beschließe, es mit dem Bus zu versuchen. Der Bus bremst laut kreischend vor mir. Der Fahrer scheucht die neuen Passagiere laut und gestikulierend in den Bus. Ich bin so froh, nicht im Finstern nach Hause gehen zu müssen, dass ich den klapprigen, besorgniserregenden Zustand des Busses ignoriere. Der Bus sieht aus, als wäre er aus Blech. Aus sehr dünnem Blech. Weniger stabil, als der Deckel einer Dose Pfefferminzbonbons. Das Blech, aus dem der Bus zusammengebaut ist, weist überall Kratzer, Dellen, Löcher und Sprünge auf. Er sieht nicht sehr vertrauenserweckend aus, aber er ist sehr farbenprächtig. Jedes Einzelteil ist anders angestrichen. Die Sitze sind in geschmackvollem Hellblau, Grün, Rot und Rosa gehalten. Der Bus ist gut gefüllt. Mit Männern, Frauen, Kindern, Kleinkindern, Hühnern, Welpen. Aus einem Radio dringen in voller Lautstärke malawische Gesänge. Der Bus schlingert in wilder Ausgelassenheit um jede Kurve. Mit Vorliebe rast der Fahrer auf jede Haltestelle zu, um dann abrupt abzubremsen. Die Passagiere lachen und erfreuen sich an seiner Fahrweise. Aus meinem Nachbarn brechen Lachsalven wie Leuchtkugelgeschosse. Die meisten scheinen das komisch zu finden. Ich gehör nicht dazu. Ich bin froh, als ich aussteigen und den letzten Rest des Weges zu Fuß zurücklegen kann. Ehrlich gesagt, ist auch das kein Vergnügen! Es gibt hier keine Straßenbeleuchtung und die Malawi sind gut getarnt in der Dunkelheit. Ich bete darum, dass sie alle so freundlich und harmlos sind, wie sie mir bei Tag begegnen, und dass sich die sieben scharfen Wächter noch in ihren Zwingern befinden und ich sicher auf Ziccans Grundstück und ins Haus komme. Ich grolle Ziccan, der doch weiß, welchen Respekt (sprich: Angst) ich vor seinen Hunden habe und der mich an dem verschlossenen Tor rütteln und rufen lässt, in der Hoffnung, damit nicht die Hunde anzulocken. Die sind zum Glück noch im Zwinger, mein Groll gegen Ziccan ist verflogen, war er eh unbegründet. Kein Malawi lässt in der Dunkelheit ein Tor offen, käme dies doch einer Einladung an Diebe gleich. Auf unseren gemeinsamen Fahrten in Ziccans Nissan zu unseren Kindern und den Projekten haben wir viele Gelegenheiten, Probleme zu besprechen und Informationen auszutauschen. Heute erfahre ich, dass zwei unserer Jungen aus Blantyre wegen „misbehaviour“ von unserer Liste gestrichen wurden. Sie hatten sich bei Ziccans Mutter einen Sack Mehl erschwindelt, diesen auf dem Markt verkauft und das Geld in Alkohol „angelegt“! Die Beiden sollen für andere ein abschreckendes Beispiel sein. Es gibt noch mehr Kinder, die durch andere ersetzt werden müssen. Sie besuchen aus den unterschiedlichsten Gründen die Schule nicht mehr: Sie wurden weitergereicht in andere Familien in anderer Gegend, haben geheiratet oder die Schule beendet. Ich hoffe, dass die Paten ihre „Ersatzkinder“ akzeptieren. Es kommt auch immer wieder einmal vor, dass sich den Paten auf den neuen Fotos plötzlich ein anderes Kind zeigt. In Chiradzulu war z.B. für den erkrankten Willington Mkombesi seine jüngere Schwester erschienen – ohne davon großes Aufheben zu machen, war sie einfach da! Mir wäre dies gar nicht aufgefallen. Ob Junge oder Mädchen lässt sich oft weder am Namen noch am Aussehen festmachen und Selina hat es zufällig beim Interview bemerkt. Den Paten wäre es anhand des Fotos aufgefallen und für mich wäre es eine große Überraschung geworden. Ich bitte schon jetzt um Nachsicht . Für diese „Fälle“ wird Nathalie, unsere Praktikantin, die noch einige Wochen in Malawi bleiben wird, zuständig sein. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Mulanje. Nachdem wir Blantyre hinter uns gelassen haben, fahren wir durch endlose Teeplantagen, die sich wie Teppiche über die hügelige Landschaft legen und mit ihrer Vielzahl an Grüntönen eine angenehme Frische verbreiten. Die Teepflücker dazwischen machen sich wie bunte Käfer aus. Ich genieße es, auf die Berge zuzusteuern, Mulanje Mountains, mit dem fast 3000m hoch herausragenden Sapitwa Peak. Die Erde hier ist reich und bringt gute Ernte an Obst und Gemüse, aber trotzdem wird der größte Teil des Landes für den Teeanbau genutzt. Die Plantagen sind meistens im Besitz italienischer Firmen. Die Malawi profitieren lediglich von den schlechtbezahlten Jobs als Pflücker. Bisher bekamen sie einen Wochenlohn von MK 150.--, also wenig mehr als 1 €. Nachdem sie in Streik gegangen waren, wurde der Wochenlohn auf MK 350.- angehoben. Als wir in Mulanje ankommen und die Einrichtung MOI ( M uloza O rphanage I nstitute) erreichen, ist es schon 11 Uhr. Olivia, die ich von meinem Besuch im letzten Jahr kenne, ist mir sehr gut in Erinnerung. Ihr Redeschwall scheint kein Ende zu nehmen und mit kleinen knappen Gestern dirigiert sie ihr Umfeld. Sie trägt ein wunderschönes, mit Gold durchwobenes Kleid, auf ihren drallen Armen sitzen dicke goldene Schleifen. Mit einem großen Taschentuch ist sie unaufhörlich bemüht, die dicken Schweißperlen von ihrem Gesicht aufzunehmen, und ihre Augenbrauen sind wie schwarze Raupen, die auf ihrer Stirn zum Stillstand gekommen waren. Inzwischen ist sie MP (member of Parlament) und mit ihrer Art, zu bestimmen und schon gar keinen Widerspruch zu dulden, ist sie bei MOI sehr erfolgreich und hat Großes auf die Beine gestellt. Ich nenne sie den „General“. Hier soll die Mühle zum Einsatz kommen, für die wir bei der Deutschen Botschaft den Antrag gestellt haben. Inzwischen sind die in der Halle nebenan versammelten Kinder außer Rand und Band – es tobt sozusagen der Bär! Seit 8 Uhr warten sie auf uns und sie scheinen es nunmehr kaum erwarten zu können, das mit Olivia und den Lehrern einstudierte Programm abzufahren. Es dringen Klänge von traditionellen Gesängen zu mir, aber auch moderne malawische Rhythmen. Endlich ist es soweit und wir kommen in die Halle, in der sich etwa 200 Kinder versammelt haben. Es spielt eine Schülerband bestehend aus Schlagzeug, zwei Gitarren, einem Kontrabass und einer Sängerin. Jedenfalls erinnern mich diese Instrumente daran. Denn alle sind selbstgemacht und nicht ganz originalgetreu. Einer der Musiker sitzt im Rollstuhl. Die geschätzte Zahl der Waisen in den drei umliegenden Dörfern beträgt etwa 15000. 3000 sind bei MOI registriert. Jeden Samstag treffen sich hier in der Basis ungefähr 500 bis 800 der Kinder, in zwei weiteren Dörfern gibt es ebenfalls je eine gleiche Einrichtung. Sie kommen zusammen zum Lernen und Spielen, nach Klassen unterteilt. Es gibt Gruppen, die sich mit Kinderarbeit, Kindesmissbrauch beschäftigen, Aids-Aufklärung betreiben, Landwirtschaft, Hauswirtschaft unterrichten oder den normalen Unterricht ergänzen. Auch die Pflegeeltern sind einbezogen und werden unterrichtet. Stolz zeigen mir die Strickerinnen ihre Werke. Und sie können wirklich stolz sein! Ich erinnere mich daran, wie ich von der Patenfamilie in Ravolzhausen die Strickmaschine übergeben bekam und mir nicht vorstellen konnte, wie solch ein kompliziertes Teil von malawischen Frauen gehandhabt werden sollte. Aber sie können sie handhaben! Und wie! Sie haben wunderschöne Baby- und Kinderkleidung hergestellt. Wenn das Familie Brodt sehen könnte! Ich kaufe einen Arm voll von den Stricksachen, den genähten Kleider und handgestrickten Pullover. Jetzt führen uns die Kinder des Kindergartens im Alter unter fünf vor, was sie gelernt haben, z.B. das Alphabet, Farben oder die Monate eines Jahres aufzusagen. Die Band hat eigens für mich ein Lied komponiert und ich komme nicht umhin, mit den Frauen und Kindern dazu zu tanzen. Zum Glück ist es so eng, dass ich kaum auffalle, hoffe ich jedenfalls! Auch hier erreichen mich noch die Anweisungen des Generals aus dem Hintergrund. Zum Abschluss führt die Theatergruppe noch ein Stück auf und dann sind wir dran, die Besucher. Wir versammeln die etwa fünfundvierzig Kinder von unsrer Liste vor der Halle, dicht umringt von vielen Zuschauern. Alle Kinder haben Paten in Deutschland. Der Ablauf ist ähnlich wie in Chiradzulu. Nur geht es hier wesentlich hektischer zu als überall sonst. Selina, Ziccan und ich sind inzwischen ein gut eingespieltes Team: Während ich die Kinder befrage und fotografiere, schreibt Ziccan die Daten auf und sorgt dafür, dass sich das nächste Kind bereit hält. Alle Kinder haben die diesjährige Unterstützung bereits vor einigen Wochen erhalten. So bekommen sie heute ein Päckchen ihres Paten oder eine Kleinigkeit aus meinem Fundus. Nach Ankunft des Containers werden alle noch eine großzügige zusätzliche Unterstützung bekommen können. Nach dem Fototermin gehen die Kinder zu Selina in einen Nebenraum, in dem sie selbst malen oder schreiben, mag es noch so dürftig sein – meistens ist es das! Die vielen Zuschauer kommen immer näher, der Ring, den sie um uns bilden, wird enger. Ich fühle mich immer unwohler, kann die Enge, Hitze und Lautstärke kaum mehr ertragen. Ich bin hungrig, durstig, erschöpft und müde. Das stramme Programm der vergangenen Tage, die schlaflosen Nächte, stecken mir in den Knochen. Ich mache noch ein Foto von dem Bau, der die neue Mühle beherbergen soll und wir sausen zurück durch die Teeplantagen in Richtung Thyolo. Halbverhungert und dreiviertel verdurstet stürze ich mich unterwegs gierig auf die süßen, saftigen, aromatischen und besten Ananas, die ich jemals gegessen habe. Den nächsten Stop machen wir im Krankenhaus in Thyolo, um Ziccans Onkel Robert zu besuchen. Er ist HIV positiv und nimmt an einer Teststudie teil. Dadurch wird er kostenfrei behandelt. Robert liegt mit etwa 50 anderen Patienten zusammen in einem Krankensaal. Teilweise auf den Betten, teilweise auf Matten auf der Erde, mit oder ohne Decke. Oft ist kaum erkennbar, dass sich unter der Decke Körper befinden, so ausgemergelt sind sie. Roberts Hand fühle ich auf meiner wie die Krallen eines Vögelchens. Alle Patienten haben mindestens einen Verwandten bei sich, von dem sie gewaschen und gepflegt werden und der draußen für sie auf einer Feuerstelle die Mahlzeiten bereitet. Ich erinnere mich an meinem Besuch hier im vergangenen Jahr. Ich hatte den älteren Bruder eines unserer Kinder besucht. Im selben Raum. Er lag zitternd, hohlwangig, ausgehöhlt, schwach und mit großen Augen auf seinem kargen Lager. Auch HIV positiv. Als ich mich von ihm verabschiedete, war ich sicher, ihn nicht mehr wieder zu sehen. Aber er ist wieder auferstanden! Er springt wieder! Ich wünsche, Robert tut es ihm gleich! Ziccan und seine hübsche Frau Thandie haben Freunde zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen. Die beiden Paare bekommen von Ziccan als „Abschiedsgeschenk“ jeweils eine Sammeldose der Johannesgemeinde Freigericht überreicht. Ziccan war bei seinem Deutschlandbesuch von der Aktion innerhalb der Gemeinde so sehr beeindruckt, dass er mich gebeten hatte, einige der Dosen mitzubringen. Bei dem finanziellen Hintergrund der Besucher bin ich sicher, dass die Dosen bald gefüllt zurück sein werden. Die Betreiber des Internetcafés in Blantyre Richard und Alema, sprechen mich bei einem meiner Besuche dort an und bedanken sich für GEAMOCs Arbeit. Ich lade sie ein, sich zu beteiligen und nehme ihre Einladung zum Abendessen bei sich zu Hause, um weitere Details zu besprechen, erfreut an. Mein „Gastgeschenk“ für sie ist ebenfalls eine der Sammeldosen. Alema entwickelt gleich mehrere Ideen, wie solche Dosen hier zu beschaffen wären und wo sie zu platzieren seien. Richard und Alema waren für mehrere Jahre in USA, haben dort ihre Ausbildung bekommen und gearbeitet. Seit einigen Monaten sind sie zurück in Malawi und haben sich vorgenommen, ihren Mitmenschen in irgendeiner Art zu helfen. Nun haben sie die Möglichkeit, das in Zusammenarbeit mit GEAMOC zu tun. Ich offeriere ihnen die ganze Bandbreite an Möglichkeiten und bitte sie, sich in Ruhe darüber Gedanken zu machen. Ich bin sehr gespannt! Am Sonntagmorgen nehme ich in Blantyre am Gottesdienst der Nazarener in der Landessprache Chichewa teil. Es wird viel gesungen, geklatscht und getanzt und die Gemeinde heißt mich herzlich willkommen Endlich komme ich ein wenig zur Ruhe und Besinnung und kann Kraft tanken für die Aufgaben der nächsten Tage. Auf dem Rückweg besuche ich in der Kirchengemeinde Limbe CCAP eine unserer Schneidergruppen. Vier der fünf Nähmaschinen sind im Moment nicht betriebsbereit und müssen repariert werden. Die Gruppe hat einen neuen Schneider-Trainer einstellen müssen, dessen Bezahlung ein Gemeindemitglied für zwei Monate übernommen hat. Die genähten Produkte sind sehr gut. Einnahmen haben die Schneiderinnen zur Zeit kaum, da sie die genähte Kleidung an die Waisen in der Gemeinde kostenlos abgeben. Ich kaufe auch hier einen Arm voll Kleidung. In Lirangwe soll heute die elektrische Mühle offiziell eingeweiht werden. Ursprünglich war hier eine Dieselmühle, die etwa einen Kilometer von der Strasse entfernt stand. Nach fast zwei Betriebsjahren mit vielen Störungen des Dieselmotors und anschließendem längerem kompletten Stillstand wurde die Mühle in einem neuen Haus unmittelbar neben der Hauptstrasse, der M 1!, neu aufgebaut und mit einem Elektromotor versehen. Hier weist ein großes Schild auf die GEAMOC e.V. !!! - Mühle hin. Nach dem Wechsel auf Elektroantrieb läuft die Mühle mit großem Profit, und die Betreiber haben in Eigeninitiative noch andere Einnahmequellen erschlossen und ein richtiges kleines Handelszentrum geschaffen. Hier kann man für einige Kwacha seine Batterien laden lassen (bei mir hat es leider nicht funktioniert!). Dafür gibt es ein kleines Räumchen, indem der Batterielademann alles hat, was man zum Batterieladen so braucht, Säure und destilliertes Wasser zum Beispiel. Gleich nebenan wird unter sicherem Verschluß ein Videogerät samt neuesten und älteren Videofilmen aufbewahrt. Täglich kann man in dem Video-Show-Room, während in der Mühle der Mais gemahlen wird, für 5 Kwacha einen Film anschauen oder auch die Fußball - Europameisterschaft verfolgen. Zuvor oder hinterher kann man einen Friseurbesuch einplanen. Die Kabinen dafür sind fertig, es fehlt nur noch das Schneidewerkzeug. Zum Glück, denn ich hatte schon einen Termin für mich vereinbart! Zum Anfang des Jahres hatte die Mühlengruppe einen Demonstrationsgarten angelegt, um der Bevölkerung zu vermitteln, wie sinnvoll es ist, die Felder schon früh im Jahr zu bestellen und dadurch noch zusätzliche Ernten zu haben. Auch die möglichst effektive Verwendung von Dünger wurde vorgeführt. Ihr Wissen wiederum haben sie von einem landwirtschaftlichen Berater, den sie selbst engagiert hatten. Der Häuptling des Dorfes bringt mich zum „Waisenhaus“, das die Mühlen - Betreiber als erstes Projekt mit dem Gewinn aus der Mühle gestartet haben. Von einem „Haus“ kann allerdings nicht im Entferntesten die Rede sein. Es ist ein Verschlag aus Grasmatten, etwa 5 x 7 m groß, ohne Dach. Die Kinder sind jedem Wetter ausgesetzt: Hitze, Kälte und Regen. Aus den umliegenden Dörfern treffen sich hier jeden Morgen zwischen 7 und 9 Uhr bis zu 52 Waisen im Alter zwischen 2 ½ und 5 Jahren. Sie bekommen jeden Morgen Porridge, einen Reisbrei, und werden von zwei Lehrern betreut, die von den Mühlenbetreibern bezahlt werden. Heute sind etwa vierzig bis fünfundvierzig der Kinder versammelt. Die meisten sitzen auf der nackten Erde, einige auf Schilfmatten. Ihren Brei löffeln sie in kleinen Gruppen jeweils aus einem Topf. Wasser gibt es aus einem großen Eimer, eine Tasse für alle! Es gibt kein einziges Spielzeug. Mein Anblick am frühen Morgen wirft sie aus der Bahn. Eins beginnt zu weinen und etwa dreißig stimmen ein! Die beiden Lehrer haben alle Müh`, sie zu beruhigen. So ein Bleichgesicht ist schon furchterregend! Ich denke an Nathalie, die hier einige Zeit verbringen wird. Zumindest hat sie den Vorteil, die zweite Weiße zu sein, die die Kinder zu Gesicht bekommen. Ich habe nicht einen einzigen Bonbon bei mir, kann also bei ihnen nicht mal einen süßen Eindruck hinterlassen. Jeder weitere Versuch, meinen Kopf durch den Eingang zu strecken, endet mit fürchterlichem Gebrüll der Kinder. Das gibt mir zu denken, ich muss doch mal in den Spiegel schauen! Der Häuptling erläutert mir den Plan, für die Kinder ein Ein-Raum-Haus zu bauen und bittet GEAMOC um die Finanzierung des Daches für etwa € 1100.--. Da wir uns momentan mit der Finanzierung der Krankenstation beschäftigen, kann ich ihm keine große Hoffnung machen. Im Video-Show-Room haben sich inzwischen die Festgäste versammelt: Häuptlinge der umliegenden Dörfer, der Oberhäuptling, eine Frau, mit unbewegtem, aber ausdrucksstarken Gesicht, durch das sich tiefe Furchen ziehen, Regierungsvertreter, die „Kama“-Gruppe, welche die Mühle betreibt. Die Malawi lieben offizielle Anlässe und genießen es, stundenlangen Reden zu lauschen oder selbst zu reden. Ich versuche, es mir auf meinem Schemel bequem zu machen, denn es verspricht, eine längere Zeremonie zu werden. Meine Rede ist kurz und knapp und endet mit der Bitte, dieses kleine erfolgreiche Handelszentrum nicht im Abfall ertrinken zu lassen. Das war mir gleich bei meiner Ankunft aufgefallen: Überall Plastikmüll! Die malawischen Dörfer werden sonst sorgfältig gepflegt und sauber gehalten und es ist das erste Mal, dass ich auf so viel Abfall stoße. Nun wird der Betriebsschalter der Mühle umgelegt und unter großem Beifall offiziell gestartet. Die Frauen beginnen zu singen, zu trommeln und zu tanzen. Das Festessen für die Gäste wird zubereitet, und auch die Waisen machen zusammen mit ihren beiden Lehrern einen Ausflug hierher. Der Mais wird heute zum halben Preis gemahlen, und so ist der Kundenandrang besonders groß. An dem Essen können wir nicht mehr teilnehmen. Ich bin nicht sooo traurig darüber, nachdem ich zuvor das rohe Fleisch am Baum habe hängen sehen, vereinnahmt von fetten, glänzend schwarzen Fliegen. Auf dem Feuer brutzelnd, sieht es gar nicht übel aus und duftet vielversprechend. Ich kann trotzdem leicht widerstehen, und schon geht es weiter, zurück nach BT, wo wir eine Verabredung mit Funny, unserer neuen Buchhalterin haben. Zurück in Lilongwe treffen wir noch einige unserer Kinder und nehmen in einer Primary School neue Waisen auf. Bis zu meinem Abflug gibt es für meine beiden Helfer Selina und Ziccan und mich noch jede Menge Papierkram zu erledigen, Probleme zu besprechen und neue Pläne zu schmieden. Der Container ist nicht rechtzeitig eingetroffen. Ich frage mich allerdings auch, wann ich mich damit noch hätte beschäftigen können?! So lasse ich diese Arbeit für Nathalie zurück! Inzwischen bin ich gut und gesund aus Malawi zurück gekehrt. Trotz keinerlei medizinischer Vorbereitung. Ich möchte mich bei allen, die mich mit ihren guten Gedanken auf meiner Reise begleitet haben, sehr herzlich bedanken, für Ihre Unterstützung von GEAMOCs Arbeit und dass Sie es ermöglichen, den Malawi Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren. Ich durfte erfahren, dass dieses Schlagwort mit Inhalt gefüllt ist. Mit herzlichen Grüßen Brigitte Kuhlmann |
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